Was tun bei Verstopfung? Diese Hausmittel und Abführmittel helfen

Fast jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht – manchmal kürzer, manchmal länger, aber immer unangenehm: Müssen, aber nicht können. Diagnose: Verstopfung. Die Ursachen können dabei ganz unterschiedlich sein. Bei manchen ist es einfach der Bewegungsmangel während einer langen Fahrt in den Urlaub, der dafür sorgt, dass der Darm kurzzeitig streikt. Andere sind aufgrund einer Schwangerschaft, einer ungünstigen Lebensweise oder sogar infolge einer Krankheit häufiger von Verstopfungen betroffen. Das Resultat ist immer das gleiche – Blähungen, Unwohlsein bis hin zu Schmerzen im Bauch, und manchmal durch starkes Pressen verursachte Verletzungen oder Hämorrhoiden. Dauert die Verstopfung länger an, können sich zu diesen vergleichsweise harmlosen Beschwerden auch ernsthaftere Folgeerscheinungen einstellen.

 

Themen im Überblick

  • Das beste Mittel gegen Verstopfung: Ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit
  • Abführen ohne Abführmittel: Einfache Hausmittel gegen akute Verstopfung
  • Welche Abführmittel gibt es? Ein Überblick
  • Der Darmträgheit vorbeugen

 

Das beste Mittel gegen Verstopfung: Ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit

Die wirksamste Vorbeugung gegen eine Verstopfung ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe, wie sie beispielsweise in Gemüse, Vollkornbrot, Leinsamen und Haferflocken enthalten sind, fördern die Verdauung. Allerdings nur dann, wenn Sie gleichzeitig darauf achten, ausreichend zu trinken. Denn die Ballaststoffe entfalten ihre Wirkung, indem sie Flüssigkeit binden, dadurch aufquellen und das Volumen des Nahrungsbreis vergrößern. Dieser wird dann im Darm leichter abtransportiert und beugt einer Verstopfung ganz natürlich vor. Vorsicht: Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr kann sich die Wirkung der Quellmittel ins Gegenteil verkehren und der Stuhl wird unangenehm hart.
Trinken Sie also mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag. Hier bietet sich Mineralwasser an, aber auch verdünnte Fruchtsäfte oder Kräutertees sind empfehlenswert.
Zusätzlich zu einer ballaststoffreichen Ernährung ist ein gewisses Maß an körperlicher Bewegung wichtig, um einen trägen Darm anzuregen. Dies können regelmäßige Spaziergänge sein, Gymnastik, Schwimmen, oder vergleichbare Tätigkeiten. In einigen Fällen erweisen sich auch probiotische Nahrungsmittel als hilfreich.

Ein weiterer wichtiger Rat: Unterdrücken Sie Ihren Stuhldrang nicht, sondern gehen Sie, wenn Sie müssen.

Die Ernährung und weitere Tipps für einen gesunden Darm eignen sich vor allem zur Vorbeugung. Lesen Sie weiter, um mehr über Hausmittel gegen eine bestehende Verstopfung und verschiedene Abführmittel zu erfahren.

 

Abführen ohne Abführmittel: Einfache Hausmittel gegen akute Verstopfung

Wenn Sie bereits unter einer Verstopfung leiden, führen die oben geschilderten Maßnahmen oft nicht schnell genug zum gewünschten Ergebnis. Bevor sie über den Einsatz von Abführmitteln nachdenken, versuchen es viele Menschen zuerst mit ein paar einfachen Hausmitteln gegen eine akute Verstopfung.

Als Sofort-Maßnahme trinken Sie erst einmal ein großes Glas warmes Wasser, gerne mindestens einen halben Liter. Während des langen Verbleibs im Darm wurde dem Darminhalt nämlich konstant Wasser entzogen. Der Flüssigkeitsnachschub hilft, den Darminhalt wieder etwas aufzuweichen und vereinfacht dadurch Transport und Ausscheidung. Im Gegensatz zu Kaltgetränken muss warmes Wasser nicht erst auf Körpertemperatur gebracht werden, sondern kann direkt in den Darm wandern.

Zusätzlich können Sie dem Darm auf mechanische Weise dazu anregen, wieder in Bewegung zu kommen. Legen Sie sich auf den Rücken und atmen Sie tief und bewusst in den Bauch ein und aus. Auch eine sanfte Bauchmassage mit der flachen Hand kann wohltuend sein. Achten Sie dabei darauf, den Bauch im Uhrzeigersinn auszustreichen und, wieder oben angekommen, nicht zu sehr auf Ihren Magen zu drücken.

Bei den meisten Menschen stellt sich spätestens jetzt ein leichtes Gluckern im Bauch ein und sie spüren, wie der Darminhalt in die richtige Richtung wandert. Stehen Sie nach einigen Minuten auf, machen Sie einen kleinen Spaziergang, bei dem Sie weiter in den Bauch atmen und trinken Sie noch etwas Wasser.

Vielen Menschen helfen diese einfachen Hausmittel bereits, um eine akute Verstopfung rasch wieder loszuwerden.

 

Welche Abführmittel gibt es? Ein Überblick

Wussten Sie schon? Abführmittel werden auch als Laxantien oder Laxativa bezeichnet. Der medizinische Begriff beruht auf dem lateinischen Wort „laxare“, das so viel wie „lösen, erleichtern“ bedeutet. Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln, die durch ihren Wirkmechanismus unterschieden werden. Viele davon sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die rezeptfreien Abführmittel lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Quell- und Gleitmittel
    Quell- und Gleitmittel wie z. B. Leinsamen, Flohsamen, Trockenpflaumen oder Weizenkleie sind wahre Ballaststoff-Bomben. Werden sie gemeinsam mit viel Flüssigkeit eingenommen, quellen sie auf und vergrößern den Darminhalt. Das wiederum übt einen Reiz auf die Darmwand aus, die nun ihre Aktivität verstärkt und daran arbeitet, den Darminhalt weiter zu bewegen. In Maßen eingenommen eignen sich diese natürlichen Abführmittel auch gut für die gesunde tägliche Ernährung. Viele Müslis oder Vollkornbrote enthalten bereits Leinsamen oder andere Ballaststofflieferanten.

  • Mittel, die Wasser im Darm halten
    Es gibt synthetische und natürliche Abführmittel, die bewirken, dass Wasser im Darm verbleibt. Die Wirkungsweise der natürlichen Salze Bittersalz und Glaubersalz kennen Sie aus dem Alltag – das Salz bindet Wasser aus der Umgebung durch Osmose an sich. Dadurch wird harter Stuhlgang weicher und gleitfähiger, ohne dass zusätzliche Nahrungsaufnahme in Form von Ballaststoffen nötig wird. Synthetische Abführmittel mit dieser Wirkung sind beispieslweise Macrogol oder Lactulose, das aus Milchzucker gewonnen wird. Dem unangenehmen Geschmack des Bittersalzes wird beim F.X. Passage® SL übrigens durch die Zugabe von natürlichem Zitronengeschmack entgegengesteuert.

  • Mittel, die Wasserabgabe in den Darm anregen
    Eine stärkere Wirkungsweise haben Mittel, die Wasser nicht nur im Darm zurückhalten, sondern den Darm anregen, zusätzliches Wasser und Elektrolyte ins Darminnere zu leiten. Das salzhaltige Wasser, das sich im Darm ansammelt, verflüssigt den Stuhl. Damit regen die Abführmittel dem Darm an, eine schnelle Entleerung auszulösen, die mitunter recht schnell eintritt. Abführmittel mit dieser Wirkungsweise sind die natürlichen Abführmittel Sennesblätter und Rizinusöl, sowie die synthetischen Mittel Bisacodyl und Natriumpicosulfat. Vor allem letzterere werden vom Arzt verabreicht, um beispielsweise vor einer Operation eine vollständige Darmentleerung zu erzielen.

  • Gleitmittel
    Eine ganz andere Wirkungsweise haben Gleitmittel, wie beispielsweise Docusat-Natrium. Im Gegensatz zu den oben genannten Abführmitteln werden Gleitmittel rektal angewendet, in Form einer Spülung (Klistier) oder eines Zäpfchens. Sie wirken nur im Enddarm und bewirken eine rasche Entleerung dieses Darmbereiches. Der Rest des Verdauungstraktes wird durch Gleitmittel nicht angetastet – so beseitigen sie sehr effektiv das Symptom, nicht aber eine eventuelle Ursache.

Vorsicht, nicht jedes natürliche Abführmittel ist auch sanft

Bei der Einteilung nach Wirkungsweise spielt es keine Rolle, ob die Abführmittel „natürlich“ sind, oder ob die Wirkstoffe „synthetisch“ hergestellt wurden. Oft herrscht die Vorstellung, dass pflanzliche Abführmittel weniger stark wirken als ein synthetisch hergestelltes Laxativ und dadurch automatisch schonender sind. Das ist jedoch ein Trugschluss. Die Blätter und Früchte des Sennesstrauches beispielsweise können heftige Reaktionen und üble Bauchkrämpfe auslösen. Die Angabe der Wirkungsweise ist also viel aussagekräftiger, wenn es darum geht, wie schnell ein Abführmittel wirkt und wie gut man es verträgt.

Vor der Verwendung von Abführmitteln immer Packungsbeilage lesen

Bitte beachten Sie bei der Verwendung von Abführmitteln immer die Packungsbeilage mit den Dosierungsanleitungen. Einige Abführmittel können Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Kontrazeptiva wie der „Pille“ auslösen und ihre Wirkungsweise beeinträchtigen. Gewisse Abführmittel können sogar in die Muttermilch übergehen und damit für Schwangere und Stillende tabu sein. Vergewissern Sie sich also, dass die Mittel eine sanfte und vorhersehbare Wirkung haben.

Viele Abführmittel sind nur für den kurzzeitigen Gebrauch bei akuter Verstopfung zugelassen. Als Faustregel gilt, dass die erneute Anwendung eines Abführmittels frühestens drei Tage nach dem letzten erfolgreichen Stuhlgang erfolgen sollte. Bei dauerhafter Anwendung verkehrt sich ihre Wirkung nämlich ins Gegenteil. Mit dem zu flüssigen Stuhl wird übermäßig viel Wasser ausgeschieden und damit auch wichtige Mineralstoffe, die der Darm für seine normale Funktion braucht. Das Ergebnis: Der Darm wird wieder träge und die Verstopfung verschlimmert sich.
Mit der erhöhten Ausscheidung gerät auch der Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers ins Ungleichgewicht und andere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei einer chronischen Verstopfung sollten Abführmittel daher nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

 

Der Darmträgheit vorbeugen

Oftmals haben unsere Lebensumstände Einfluss auf unseren Darm. Die wichtigsten Tipps für mehr Darmgesundheit haben wir für Sie zusammengestellt. Lesen Sie hier die Tipps für einen gesunden Darm.

Pflichttext
F.X. Passage® SL; Wirkstoff: Magnesiumsulfat. Anwendungsgebiete: Akute und chronische Verstopfung.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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