Was ist Verstopfung? Wenn der Darm streikt

Jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht: Man muss, aber man kann nicht. Wenn der Darm streikt, stellen sich schnell Unwohlsein, Völlegefühl und Blähungen ein, manchmal auch schmerzhaftes Ziehen im Bauch. Unangenehme Folge- und Begleiterkrankungen können auch noch dazukommen. Das Ergebnis, vor allem wenn die Verstopfung länger anhält, ist eine immense Verschlechterung der Lebensqualität. Hier erfahren Sie, warum Verstopfung bei manchen Menschen häufiger auftritt als bei anderen und ab wann es tatsächlich angebracht ist, über einen Arztbesuch oder Abführmittel nachzudenken.

 

Themen im Überblick

  • Was ist eigentlich eine Verstopfung?
  • Akute oder chronische Verstopfung? Das ist der Unterschied
  • Wer ist von Verstopfung eigentlich betroffen?
  • Was ist die Ursache für eine Verstopfung?
  • Wann einen Arzt bei Verstopfung aufsuchen?
  • Leiden Sie unter Verstopfung? Machen Sie den Test!

 

Was ist eigentlich eine Verstopfung?

Zur Verstopfung gibt es ein paar Missverständnisse, die es aufzuklären gilt. Eine Verstopfung, der Fachmann sagt Obstipation, ist eine gestörte oder zu seltene Darmentleerung. Aber wie selten ist zu selten? Manche Menschen glauben, dass sie schon an Verstopfung leiden, wenn sie einen Tag mal keinen Stuhlgang hatten.

Das stimmt aber nicht, denn der natürliche Rhythmus ist bei jedem Menschen anders.

Alles zwischen dreimal täglich bis dreimal die Woche gilt noch als „ganz normal“. Wenn Sie – auch entgegen Ihres gewohnten Rhythmus – einmal einen Tag nicht konnten, besteht kein Grund zur Panik. Meist stellt sich schon am nächsten Tag wieder ganz von selbst der gewohnte Rhythmus ein.

Ebenso wichtig wie ein geregelter Rhythmus ist auch die Konsistenz des Stuhles. Denn man kann auch an Verstopfung leiden, obwohl man täglich Stuhlgang hat. Dann nämlich, wenn beim Stuhlgang Beschwerden wie harter und klumpiger Stuhl, starkes Pressen oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung auftreten. Betroffene fühlen sich dann meist voll und aufgebläht.

 

Akute oder chronische Verstopfung? Das ist der Unterschied

Von einer akuten Verstopfung spricht man, wenn diese plötzlich und nur gelegentlich auftritt, und zwar über einen Zeitraum von wenigen Tagen. In der Regel verschwindet eine akute Verstopfung nach relativ kurzer Zeit wieder. Da sie sehr unangenehm sein kann, helfen Betroffene dennoch gerne mit Hausmitteln oder leichten Abführmitteln nach. Nach einmaliger Anwendung eines Abführmittels normalisiert sich die Verdauung häufig wieder innerhalb kurzer Zeit.

Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn Verstopfungssymptome länger als 3 Monate bei mindestens 25 % der Stuhlentleerungen auftreten. Der Stuhlgang ist dann mühsam und kann sehr lange dauern. Unter starkem Pressen wird harter klumpiger Stuhl abgesetzt, oft auch nur in geringen Mengen. In solchen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam, um die Ursache abzuklären.

Wer unter einer chronischen Verstopfung leidet, hat oft mit unangenehmen Begleit- und Folgeerscheinungen zu kämpfen. Vergleichsweise harmlos sind Hautunreinheiten, die sich jedoch zu unangenehmen Hautkrankheiten ausweiten können. Hier versucht der Körper, über die Haut zu entgiften, weil schädliche Stoffe nicht ausreichend über den Darm ausgeschieden werden. Das starke Pressen beim Stuhlgang kann zu kleinen Verletzungen am After und zu Hämorrhoiden führen, die den Stuhlgang nicht angenehmer machen. Die entstehenden Blähungen verursachen mitunter heftige Schmerzen in der unteren Bauchgegend. Auch Darmerkrankungen, wie eine Divertikulose, können sich einstellen. Hier stülpt sich ein Teil des Darmes, häufig im Dickdarm, nach außen aus. Dies kann zu Entzündungen und weiteren Komplikationen führen. Zusammen beeinträchtigen diese und weitere Folgeerscheinungen einer Verstopfung die Lebensqualität der Betroffenen immens. Daher sollte das Thema, auch wenn es unangenehm ist, auf keinen Fall verharmlost oder gar ignoriert werden.

 

Wer ist von Verstopfung eigentlich betroffen?

Gelegentliche Verstopfung ist ein weit verbreitetes Problem und tritt bei mehr als jedem vierten Menschen hin und wieder auf. Von einer chronischen Verstopfung berichten in Deutschland zwischen 5 und 7,5 % der in einer Studie Befragten 1. Egal ob chronisch oder akut, Frauen sind etwa doppelt so oft von einer Verstopfung betroffen als Männer. Man vermutet, dass bestimmte Geschlechtshormone oder die Schwankungen des weiblichen Hormonspiegels dafür verantwortlich sind. Vielleicht verursachen aber auch unterschiedliche Lebens- und Ernährungsweisen die Verstopfung. Wie dem auch sei, es lässt sich beobachten, dass viele Frauen insbesondere während der zweiten Zyklushälfte, in der Schwangerschaft und Stillzeit, aber auch in der Menopause unter Verstopfung leiden. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Verstopfungen aber nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern an.

1: Wald et al. 2008 „A multinational survey of prevalence and patterns of laxative use among adults with self-defined constipation”, Alimentary Pharmacology and Therapeutics, 28(7): 917-930.

 

Was ist die Ursache für eine Verstopfung?

Auslöser für eine akute Verstopfung kann schon ungewohnt langes Sitzen sein, eine neue Umgebung oder eine abweichende Ernährung. Wenn man seinen Stuhldrang einmal unterdrückt, weil es gerade keine entspannte Gelegenheit gibt, kann das ebenfalls zu einer kurzzeitigen Verstopfung führen. Auch der Faktor Stress ist bei der Verdauung nicht zu unterschätzen. Diese Punkte kommen besonders bei einer Reise zusammen. Deshalb brauchen viele Urlauber erst einmal ein paar Tage, bis sich ihre Verdauung „akklimatisiert“ hat und alles wieder seinen gewohnten Gang geht.

Eine chronische Verstopfung kann unterschiedliche Ursachen haben. Diese sind häufig ganz allgemein: die Essgewohnheiten und Lebensumstände. Wer sich wenig bewegt und bei der Ernährung eher in Richtung Weißmehlprodukte und Fast Food tendiert, statt zu Vollkornbrot und Müsli, leidet eher unter Darmträgheit. Aber nicht immer ist der Rat „Lebensweise verändern“ einfach zu befolgen. Ein längerer Krankenhausaufenthalt, Bettlägerigkeit oder ein Rollstuhl sind Faktoren, die häufig im Alter zum Tragen kommen. Verschiedene Krankheiten können ebenfalls für eine Verstopfung verantwortlich sein, sie kann aber auch als Nebenwirkung von Medikamenten und sogar eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln ausgelöst werden.

Sprechen Sie diese Punkte bei Ihrem Arzt an. Nur dann können Sie gemeinsam ermitteln, was die Ursache für eine vorliegende Verstopfung ist und wie Sie sie am besten behandeln.

 

Wann einen Arzt bei Verstopfung aufsuchen?

Wenn sich die Beschwerden der Verstopfung binnen weniger Tage nicht bessern oder sogar verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Speziell auch dann, wenn sich bei einer plötzlich auftretenden Verstopfung weitere Symptome zeigen. Übelkeit und Erbrechen, Fieber und starke Bauchschmerzen sind ein Warnsignal für einen drohenden Darmverschluss. Ein Notfall, der umgehend behandelt werden muss!
Auch wenn sich bei einer länger anhaltenden Verstopfung Blut im Stuhl und Gewichtsverslust oder sich mit der Verstopfung abwechselnder Durchfall einstellen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es muss abgeklärt werden, ob eine Krankheit für die Verstopfungssymptome verantwortlich ist.

 

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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